| Informationen zur Gemeinde Varrel
Zwei geschichtliche Hinweise enthält der Ortsname „Varrel“, der erstmals 1232 urkundlich erwähnt wird. Während der Endlaut „l“ auf die Silbe „loh“ zurückzuführen ist, die immer auf einen großen Waldbestandteil hindeutet, liegt im Wort „Varrel“ zugleich der plattdeutsche Begriff „fort“, der die Bedeutung „Durchfahrt“ hat.
Bis etwa 1880 befand sich in Varrel ein Nebenzollamt, später ein Hauptzollamt. Ein Großbrand vernichtete 1869 die Varreler Kirche sowie 35 umliegende Gebäude und damit viele geschichtliche Dokumente.
Zur politischen Gemeinde Varrel gehört der Ortsteil Dörrieloh, eine ehemals eigenständige Gemeinde, die seit 1974 zu Varrel gehört.
Wie andere Orte in der Region hat auch Varrel nach dem zweiten Weltkrieg zahlreiche schlesische Flüchtlinge aufgenommen. Viele Familien rückten in ihren Häusern zusammen, um Menschen aus den beiden Riesengebirgsdörfern Rothenzechau und Schreibendorf, Kreis Landeshut, meist Witwen mit ihren Kindern, Hilfe zu gewähren. Ebenso fanden nach dem Krieg zahlreiche Familien aus Bessarabien, deren Vorfahren zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus religiösen Gründen aus ihrer schwäbischen Heimat nach Moldawien geflohen waren, hier eine neue Heimat.
Varrel gehört seit der Gebietsreform 1974 zur Samtgemeinde Kirchdorf. Auf einer Fläche von 4.382 Hektar leben 2.000 Menschen. Das Verhältnis zwischen den Wirtschaftsbereichen produzierendes Gewerbe, Dienstleistungen und Landwirtschaft ist bei den gewerblichen Betrieben in Varrel ausgewogen.
Vielfältiges Vereinsleben
Bekannt und weit über die dörflichen Grenzen hinaus beliebt ist Varrel mittlerweile durch sein Küsterhaus. Die Gründung des Vereins „Kultur im Küsterhaus“ geht auf die Initiative engagierter Varreler Bürgerinnen und Bürger zurück, die das alte Küsterhaus vor dem Abriss retteten und nun hier regelmäßig kulturelle Veranstal-tungen organisieren. Dazu gehören Konzerte der Kreismusikschule, Gastspiele, Diavorträge, plattdeutsche Abende, literarische Lesungen und Fachvorträge ebenso wie Ausstellungen. Auf besonderem Wunsch finden hier auch Trauungen statt.
Geselligkeit findet für die Einwohner des Ortes im Schützen- oder Männergesangverein, der Freiwilligen- und der Jugendfeuerwehr, im Angelsportverein, in der Jägerschaft, im DRK oder im Sozialverband Deutschland statt. Ein aktives Vereinsleben pflegen auch die beiden Heimat- und Verschönerungsvereine in Dörrieloh und Varrel, die sich engagiert für eine attraktive Gestaltung ihrer Ortsteile einsetzen. Zu erwähnen sind ebenso die Landfrauen, Imker und der Effektenclub.
Seit 10 Jahren besteht in Varrel die Arbeitsgemeinschaft „Geschichtswerkstatt Varrel“, die zur 775-Jahrfeier im September 2007 ein Buch über die Geschichte Varrel herausgebracht hat.
Für Sportlerinnen und Sportler hält der Varreler Sportverein ein breit gefächertes Angebot in den Sparten Fußball, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Gymnastik, Turnen sowie Radfahren und Wandern vor. Den Sportbegeisterten stehen eine moderne Sporthalle, zwei Sportplätze und zwei Tennisplätze zur Verfügung.
Bildung und Freizeit
Kinder und Jugendliche können ihre musikalischen Fähigkeiten im Kinder- und Jugendchor entfalten. 1994 hat sich die Landjugend in Varrel etabliert.
Seit der Auflösung der Dorfgrundschulen in Dörrieloh, Freistatt und Wehrbleck besuchten die Mädchen und Jungen aus den drei Nachbardörfern gemeinsam bis zum Schuljahr 2012/2013 die Grundschule in Varrel. Ab dem 01. August 2013 ist der Standort der Grundschule nun in Kirchdorf und der Standort der Oberschule in Varrel.
Erwachsene können sich in der Varreler Außenstelle der Kreisvolkshochschule und Kreismusikschule auf vielfältige Weise fortbilden.
Die verkehrstechnische Lage Varrels, das etwas abseits der großen Bundesstraße 61 und 214 liegt, wird bestimmt durch die Kreisstraße 19, 20 und 21, sowie die Landesstraße 347, die den Ort mit dem Fernnetz verbinden.
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